Alter Adler

Es darf auch Stö­run­gen in einem alten Gebäude geben, etwas über das man stol­pert, was sper­rig ist. Gerade diese Situa­tio­nen kön­nen das Gefühl von Iden­ti­tät erzeu­gen. Sie geben dem Ver­hält­nis zwi­schen Bewoh­ner und Haus Tiefe.

Ein sehr pro­fa­nes Vor­ha­ben. Der Alte Adler, einst Gast­hof, dann Unter­kunft für die Sai­son­mit­ar­bei­ter, soll zu einem Wohn­haus umge­nutzt wer­den. Wesent­li­che Auf­ga­ben sind die ver­hält­nis­mä­ßige Anpas­sung der Grund­risse, die ther­mi­sche Ertüch­ti­gung der Gebäu­de­hülle und die Kon­struk­tion der hof­sei­ti­gen Anfü­gung. All das steht unter der Prä­misse, mög­lichst viel zu erhal­ten und wenig zu ver­än­dern. Es darf auch Stö­run­gen in einem alten Gebäude geben, etwas über das man im über­tra­ge­nen Sinn stol­pert, was sper­rig ist. Gerade diese Situa­tio­nen kön­nen das Gefühl von Iden­ti­tät erzeu­gen. Sie geben dem Ver­hält­nis zwi­schen Bewoh­ner und Haus Tiefe. Eine wesent­li­che Ände­rung der Gestalt betrifft den hof­sei­ti­gen Anbau. Die­ser wurde im Volu­men erhal­ten, jedoch als dif­fe­ren­zier­ter, rück­wär­ti­ger Ein­gangs­er­ker in Holz­bau­weise aus­ge­bil­det. So kann das Gebäude ein offe­nes Gesicht zum Hof ent­wi­ckeln. Der Kern wurde auf seine ein­fa­che Geo­me­trie zurück­ge­führt. Erker und Veranda-Umweh­rung legen sich als Schicht vor den Bau­kör­per. Die Ver­sal­zung des Sockels wurde bei der Sanie­rung unter­schätzt und führt einige Jah­ren nach Abschluss der Arbei­ten zu Salz­aus­blü­hun­gen und Abplat­zun­gen der Putzschicht.